Wo ist Till Eulenspiegel ?

...diese Frage stellt sich Regisseur Harald Richter


Klar, Till Eulenspiegel kennt - im wahrsten Sinne des Wortes - jedes Kind.
Aber wer war er wirklich? Oder vielmehr: wer ist er wirklich? Denn wenn man seiner Mutter Frau Witgen alias Christiane Weidringer Glauben schenkt, ist er noch immer mitten unter uns. Seit seinem vermeintlichen Tod 1350 hat er sich nicht mehr bei ihr gemeldet, und doch ist sie der festen Überzeugung, dass einer, der mit den Füßen nach oben begraben wurde, diese Lage nur als Ausgangsstellung für neue Streiche nutzen kann. Eine Mutter spürt das.

Und so reist sie ihm quasi hinterher, an die Stätten seines Schabernacks, von dem auch Erfurt nicht verschont blieb. In ihrer Kiepe trägt sie alles mit sich, was ihr bei der Spurensuche hilfreich sein könnte: Erinnerungsstücke, Wunderpillen, Musik, Puppen und viele Geschichten und Späße ihres närrischen Sohnes in der Hoffnung, Hinweise auf seinen aktuellen Aufenthaltsort zu erhalten.

Till Eulenspiegels Streiche spiegeln den uralten Volkshumor der Deutschen wider. Er ist mehr als nur eine Spaßfigur, die so einfach von der Bühne des Lebens verschwinden könnte. Nur äußerlich ein Gaukler, ist er tatsächlich seinen Mitmenschen an Geisteskraft, Durchblick und Witz überlegen.

Zurück